DAS GLOSSAR

FACHBEGRIFFE FÜR DICH ERKLÄRT

Ein Glossar in einem Buch oder auf einer Website ist ein Verzeichnis, in dem man Begriffe auflistet und erklärt, die vielleicht nicht alle kennen, die sie lesen.

 

Auch in der Kunst und Kunstgeschichte gibt es eine Menge Fachbegriffe. Ein paar wichtige, die dir vielleicht auch im Buch oder auf diesen Seiten unterkommen, kannst Du hier finden. Ich bin übrigens durchaus nicht unfehlbar.

 

Wenn Du einen Fehler findest, oder wenn Du meinst, ein  Begriff kann anders noch besser dargestellt werden, dann schreib mir.

 

Schreib mir auch, wenn Du meinst, dass da ein Begriff noch fehlt.

 

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Katalog

Attribute

Attribute sind Dinge, an denen man Figuren auf Kunstwerken erkennen kann. Petrus hat einen Schlüssel, Diana den Bogen, Hunde und einen Köcher, Zeus das Blitzbündel und Adler, Florian eine Rüstung, Helm und einen Eimer usw

Barock

Das Barock war die Epoche, die der Renaissance folgte. Sie war zunächst geprägt von der Gegenreformation und verbreitete sich von Italien aus rasant in ganz Europa. Nach dem dreißigjährigen Krieg wurde auch Deutschland ein Brennpunkt.

 

Im Barock entwickelten sich alle Kunstformen rasant und ergänzten sich. So wurden die Höfe der vielen absolutistische herrschenden Fürsten in Deutschland zu Gesamtkunstwerken. Gerade in Deutschland gab es durchaus eine gewisse Konkurrenz, auch zwischen den evangelischen und katholischen Herrschern. Jeder zeigte, was er hatte, wie kunstsinnig er war und wie sehr vom Gott mit Reichtum und Erfolg gesegnet.

 

Es war also auch eine Epoche der Angeberei. In der Malerei entdeckte man vor allem die Techniken, mit der man in Bildern wirklichkeitsgetreu räumliche Tiefe darstellt. Die Freskenmalerei machten die Decken von Sälen und Kirchen transparent und schufen so Himmelsszenen, die manchmal bis zur scheinbaren Unendlichkeit reichen. In den Niederlanden wird das Stillleben und darin die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Dinge mit ihrer Stofflichkeit zur Perfektion entwickelt. Das Barock geht ins Rokoko über.

Baumschlag

Baumschlag in der Malerei bezeichnet die künstlerische Darstellungsweise von Zweigen, Laubwerk und Bäumen. Der Baumschlag eines Künstlers ist oft ein sehr individuelles Merkmal. Fachläute können Bilder allein durch Betrachtung der dargestellten Bäume Bilder einem Maler zuordnen.

Bildaussage

Natürlich kann man sich vor ein Bild stellen und sich nur fragen: Finde ich das Bild hübsch? Würde ich es mir ins Wohnzimmer hängen, passte es zu den Vorhängen?

Auf diese Weise ist man dann ratzfatz durch eine Galerie geschlendert und hat sie als Sehenswürdigkeit abgefrühstückt. Louve in zweieinhalb Stunden, alte und neue Pinakothek in dreien, dann noch auf einen Sprung in die Uffizien! So bleibt die Betrachtung der Kunstwerke natürlich sehr oberflächlich. Ich finde das ein bisschen dürftig. Kunst ist immer auch ein Akt der Kommunikation.

Das bedeutet: Der Künstler wollte uns, den Betrachtern etwas mitteilen. Das schöne an Bildern ist, dass sie diese Botschaft, die Bildaussage eben, auch ohne Sprache und über den Graben der vergangenen Zeit hinweg transportieren.

Die Botschaft, das was der Maler in dem Bild zeigen wollte, steckt im Bild, in dem was es zeigt und ebenso darin, wie es gezeigt wird. Man kann sich darin üben, Bilder zu betrachten und diese Botschaften aufzuspüren. Manchmal sind es nur einfache Botschaften: „Wie schön und idyllisch ist doch das Landleben!“ zum Beispiel. Manchmal sind sie aber auch komplexer und gelegentlich politisch oder moralisch.

fête galante

Mit fête galante (galantes Fest) bezeichnet man eine ganze Gattung von Bildern in der Kunst des Rokokos.

 

Besonders beliebt waren sie im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die dargetsellten Feste finden meist im Freien statt, in ländlicher oder antikisierter Landschaft. Dort pflegen die Dargestellten heitere Lustbarkeiten. Es wird geplaudert, gespielt, geschaukelt oder getanzt und musiziert. Es gibt gewisse Überschneidungen mit Schäferszenen.

Firnis

Firnis ist eine Schutzschicht auf Ölgemälden. Früher trug zu diesem Zweck man Leinöl auf. Das hat nur den Nachteil, dass es im Laufe der Zeit gelblich wird. Nach ein paar Jahrzehnten fällt das noch nicht auf. Aber zwei Jahrhunderte oder mehr sorgen für einen bösen Gelbstich, der die Farben verfälscht. Das kann soweit gehen, dass ein blauer Himmel grünlich wirkt.

Wenn man die Bilder restauriert, wird oft die alte Firnis mühsam abgetragen und am Ende neue, nicht mehr gilbende Firnis aufgetragen.

Impressionismus

Impressionismus ist eine Stilrichtungs der Malerei, die im Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand. Diese Entwicklung ist der Beginn der „modernen Malerei“.

 

Es geht, der Name verrät es ja, um den Eindruck, also die stimmungsvolle Darstellung eines flüchtigen Moments. Im Bild soll nicht nur ausgedrückt werden, was der Maler sah, sondern auch, was der dabei empfand. Man malte gerne eher skizzenhaft und rasch und setzte dabei auch sehr verschiedene Farben als Flecke oder Kleckse nebeneinander auf die Leinwand. Erst das Auge des Betrachters „mischt“ die unterschiedlichen Farben dann zu dem beabsichtigten Eindruck und macht z.B. aus weiß und rot ein Rosa.

 

Die Bilder wirken so sehr intensiv und bunt. Oft scheinen sie auch ein wenig unruhig, als würden sie vibrierenen. All das half, eine „Momentaufnahme“ zu malen.

Incarnat

Incarnat nennt man das, was Kinder kurz und schlicht die Hautfarbe nennen. Wobei das nicht ganz genau ist. Auf den sehr Bildern ist es nicht einfach nur eine Farbe, sondern eine ganzer Bogen meist von Farben von blassem Rosa bis zu flammendem Rot. Wobei bei den Glanzlichtern und Schattenpartien auch andere Farben verwendet werden können. Am Ende kommt es auf den Eindruck an. Das

 

Inkarnat gut und elegant hinzubekommen, ist vielfach ein Kennzeichen für malerische Qualität.

Luftperspektive

Wenn Du an einem schönen Tag auf einem Aussichtspunkt stehst und in die Ferne siehst, kannst Du dieses Verblauen erkennen. Die entfernten Objekte, Türme oder Berge erscheinen nicht nur kleiner sondern auch blasser. Die Farbe verblasst aber nicht gleichmäßig. Die Luft schluckt auf die Distanz die vor allem die Ror. und Blauanteile, doch die blauen Töne bleiben erhalten. Nur werden auch sie blasser.

 

Die Maler nutzten diese Alltagserfahrung um so auf den Bildern auszudrücken, dass Objekte weiter weg sind. Man nennt diesen Effekt auch Verblauen.

Pastorale

Siehe Schäferszene!

Portrait

Ein Portrait ist ein Bild, das einen bestimmten Menschen erkennbar darstellt.

 

Schon in der Antike gab es solche individuellen Bilder. Aus dem alten Ägypten kennen wir Portraits, auch wenn sie einer eher formelhaften Bildsprache unterworfen waren. Man hätte meinen können, mit der Erfindung der Fotografie wäre die Portraitmalerei untergegangen. Und doch gelang es den Lichtbildern  nicht, das gemalte Portrait zu verdrängen, denn ein gutes Portrait zeigt den Menschen nicht nur so, wie er aussieht, so wie ein Passfoto. Es versucht auch das Wesen der Abgebildeten zu zeigen.

 

Man könnte sagen, im Gegensatz zum Foto zeigt ein Foto nicht das was da ist, wie es ist. Es zeigt, das, was der Maler sieht bzw. wie er es sieht. Ein Portrait ist also immer auch eine Interpretation. So gibt es idealisierte Abbilder, die die Menschen schöner, jünger und sympathischer zeigen, als sie wirklich sind. Also eine Art Photoshopping mit dem Pinsel. Man kann aber auch Menschen unsympathischer, bösartiger oder gemeiner zweigen, als sie sind.

 

Es gibt viele Mittel, wie man als Maler das, was man über den Menschen sagen will, ins Bild bringt. Es fängt schon bei der Kleidung an, geht weiter, in dem man bestimmte Sachen zeigt oder eben nicht zeigt. Darum sieht man Politiker auf Wahlplakaten oft in Parks, weil das die Volksnähe anzeigt. Früher hatten sie Pfeifen in der Hand, weil das Geduld und Kultiviertheit ausdrückte. Heute ist Rauchen verpöhnt und die Pfeifen sind verschwunden. Auch die Art, wie die Figur steht oder sitzt und wie sie aus dem Bild herausschaut, sind Mittel, mit denen ein Maler viel über den Potraitierten ausdrücken kann.

Positur

Positur ist die Art, wie ein Maler sein Modell sich hinsetzen, -stellen oder -legen lässt. Manche Posituren sind nur schön und bringen bestimmte Körperpartien gut zur Geltung, doch da auch die Körpersprache viel über den Menschen viel über den Menschen aussagt, ist es immer auch einen Blick wert, wie der Maler eine Figur im Bild festhält und man kann sich fragen, ob die Positur nicht auch etwas zur Bildaussage beiträgt.

Schäferszenen

Schäferszenen sind ein sehr altes Thema in der Kunst. Schon in der Antike gab es Bilder vom idyllischen Leben der Hirten. Auch im Mittelalter gibt es solche Bilder, doch erst in der Renaissance gelang dieser Bildgattung der große Durchbruch – ausgelöst durch die Literatur.

 

1504 erschien das Buch Arcadia von Jacopo Sannazaro. Das Buch wurde der Renner und bald gab es eine ganze Reihe von solchen „Hirtendichtungen“, die alle von einem sorgenfreien, idyllischem Landleben schwärmen. Als im Zuge der Aufklärung dann der verlorene „Naturzustand des Menschen“ diskutiert wurde, sah man plötzlich die Armut der Landbevölkerung mit anderen Augen.

 

Im Rokoko sah der verwöhnte Adel darin ein ideales Leben in Einfachheit. In vielen Bildern wurde ein sorgenfreies, heiteres Landleben der Schäferinnen und Hirten gefeiert. Die Maler blendeten einfach Hunger, Not, Elend und alle anderen negativen Seiten aus. Die Sehnsucht nach dem Leben in Einfachheit ging soweit, das Marie Antoinette, die Königin von Frankreich im Park von Versailles den „Hameau de la Reine“, den Weiler der Königin bauen ließ, ein idealisiertes Dorf. Die Häuschen wirkten zwar von außen sehr schlicht, waren im Inneren aber mit allem Luxus ausgestattet, den der Adel gewohnt war. Zu weit wollte man die Einfachkeit doch nicht treiben.

Verblauen

Siehe Luftperspektive!